Anwalt für Vertragsrecht – Rechtsgebiete, Voraussetzungen und Karrierechancen

Verträge sind aus dem Wirtschafts- und Privatleben nicht mehr wegzudenken. Sie sind allgegenwärtig und müssen nicht zwingend schriftlich geschlossen werden. Downloads von Musterverträgen aus dem Internet sind ein rechtliches Wagnis. Deshalb ist es sinnvoll, bei der Erstellung von wichtigen und umfassenderen Verträgen einen Rechtsanwalt für Vertragsrecht zu beauftragen. Doch warum entscheiden sich Juristen, als Anwalt für Vertragsrecht zu arbeiten, was sind die Voraussetzungen, und wie sind die Karriereaussichten?

Antworten auf diese Fragen und Wissenswertes über diesen Rechtsbereich erfahren Sie hier!

Anwalt für Vertragsrecht werden – die Voraussetzungen

Um Anwalt für Vertragsrecht werden zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu gehören einmal ein Jura-Studium sowie umfassende Kenntnisse in mehreren Rechtsgebieten.

 

Das Jura-Studium als notwendige Voraussetzung für eine Tätigkeit als Rechtsanwalt für Vertragsrecht

Nicht nur für den Rechtsanwalt für Vertragsrecht, sondern für jede anwaltliche Tätigkeit ist ein Jura-Studium zwingende Voraussetzung. Auch weiterhin stehen die Rechtswissenschaften bei Studenten hoch im Kurs und belegen nach Betriebswirtschaftslehre und Maschinenbau Platz drei der am häufigsten frequentierten Studienfächer. Das bedeutet, dass der Konkurrenzdruck hoch ist, wenn es nach Abschluss des Studiums darum geht, einen Arbeitsplatz zu finden.

Für die Position eines Juristen im Vertragsrecht ist das Jura-Studium eine Grundvoraussetzung
Für die Position eines Juristen im Vertragsrecht ist das Jura-Studium eine Grundvoraussetzung

 

Formale Voraussetzungen

Das liegt auch an den Zulassungsvoraussetzungen für das Jura-Studium. Manche Universität öffnet ihre Türen für Jurastudenten zulassungsfrei. Dort, wo der Bewerberandrang hoch ist, entscheidet regelmäßig der Numerus Clausus, für den der Notendurchschnitt im Abitur maßgeblich ist.

Abhängig von der jeweiligen Universität variiert er zwischen 1,3 und 2,9. Etwas weniger angespannt ist die Lage im Sommersemester, wenn die Zahl der Bewerbungen für das Jura-Studium geringer ausfällt und der Ansturm überschaubarer ist. Dann sinkt auch der Konkurrenzdruck, während die Chance auf eine freie Wahl der Universität steigt.

 

Individuelle Voraussetzungen

Von Vorteil ist, wenn Sie bestimmte individuelle Voraussetzungen für das Jura-Studium mitbringen, unter anderem diese:

  • Eine gute Allgemeinbildung
  • Fähigkeit, analytisch und logisch zu denken
  • Ein gutes Abstraktionsvermögen
  • Fähigkeit, Schwerpunkte zu setzen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren
  • Wort- und Schriftgewandtheit
  • Interesse an gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftspolitischen Themen
  • Fähigkeit, schriftliche Texte schnell zu erfassen und geistig zu verarbeiten
  • Fähigkeit, Sachverhalte objektiv zu betrachten
  • Hohe Lernbereitschaft
  • Hohe Belastbarkeit und Umgang mit Frustrationen
  • Ein gutes Gedächtnis
  • Fleiß, Disziplin, Ausdauer und Durchhaltevermögen
  • Sonstige Voraussetzungen

Um Anwalt für Vertragsrecht zu werden und um sich von der Masse abzuheben, ist es sinnvoll, in der Schule erworbene Fremdsprachenkenntnisse durch weiterführende, an der Universität angebotene Sprachkurse zu vertiefen. Auf diese Weise verbessern Sie Ihre späteren Berufschancen nachhaltig.

Sprachkenntnisse sind auch ein Türöffner für eine Beschäftigung in einer international tätigen Anwaltskanzlei. Wer Latein in der Schule hatte, ist im Vorteil, da viele Fachbegriffe und Redewendungen, zum Beispiel “in dubio pro reo”, lateinischen Ursprungs sind. Doch weder das große noch das kleine Latinum sind eine notwendige Voraussetzung für die Zulassung zu einem Jura-Studium.

Das Jura-Studium endet mit dem ersten Staatsexamen. Bis dahin sollten Sie Ihren persönlichen Neigungen folgen und die Rechtsgebiete für das erste Staatsexamen favorisieren, die Sie am besten können. Schließlich entscheidet auch die Note im ersten juristischen Staatsexamen darüber, ob Sie in Bezug auf Ihren späteren Beruf Wahlmöglichkeiten haben. Je besser Sie abschneiden, umso größer sind Ihre beruflichen Chancen, auch die als Rechtsanwalt für Vertragsrecht. Wer das Jura-Studium mit einem Prädikatsexamen abschließt, hat nicht nur hervorragende Karten, sondern erhöht bereits zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn seine Chancen auf ein Top-Gehalt.

Wie Kandidaten im ersten Staatsexamen abschneiden, zeigt eine Ausbildungsstatistik des Bundesamtes für Justiz aus dem Jahr 2018, in dem bundesweit 9.338 Studenten – mit einem Frauenanteil von 58,1 Prozent – ihr erstes Staatsexamen erfolgreich bestanden haben.

  • 0,3 Prozent (24) hatten die Note “sehr gut”.
  • 6,1 Prozent (574) hatten die Note “gut”.
  • 28,4 Prozent (2.648) hatten die Note “voll befriedigend”.
  • 46,5 Prozent (4.342) hatten die Note “befriedigend”.
  • 18,7 Prozent (1.750) hatten die Note “ausreichend”.

Für ein Prädikatsexamen sollten Sie mindestens die Note “voll befriedigend” oder besser erreichen.

 

Was bedeutet Vertragsrecht?

Ein Jurist, der seinen Schwerpunkt auf das Vertragsrecht legt, ist eigentlich ein Allrounder. Denn das Vertragsrecht erstreckt sich auf eine Vielzahl von Rechtsgebieten. Grund ist, dass nahezu alles vertraglich geregelt werden kann. Welche Verträge heutzutage zu den Aufgaben eines Anwalts im Vertragsrecht gehören können, bei denen er beratend und ausführend zur Seite steht, finden Sie in dieser Übersicht:

  • Zivilrecht: Kaufvertrag, Darlehensvertrag, Bürgschaftsvertrag
  • Arbeitsrecht: Dienstvertrag, Werkvertrag, Arbeitsvertrag, Franchise Vertrag
  • Familienrecht: Ehevertrag, Partnerschaftsvertrag
  • Erbrecht: Schenkungsvertrag, Erbvertrag, Vertrag über Erb- und Pflichtteilsverzichte, Verträge zugunsten Dritter auf den Todesfall
  • Urheberrecht: Vertrag über die Vereinbarung von einfachen und ausschließlichen Nutzungsrechten, Vertrag über die Einräumung von zeitlich und räumlich beschränkten Nutzungsrechten, Vertrag über die Einräumung von inhaltlich beschränkten Nutzungsrechten
  • Lizenzrecht: Verträge über die Lizensierung von Urheberrechten, Patenten, Marken, Verlagsrechten und Software
  • Mietrecht: Unbefristeter und befristeter Mietvertrag, Pachtvertrag, Untermietvertrag, Leasingvertrag
  • Handels- und Gesellschaftsrecht: Als Vertragsrecht der Wirtschaft kommen alle Vertragsarten zur Anwendung, die für Unternehmen von Bedeutung sind, unter anderem Kaufvertrag, Werkvertrag, Arbeitsvertrag, Allgemeine Geschäftsbedingungen, aber auch erb- und familienrechtliche Verträge sowie Verträge, die die zahlreichen Unternehmensformen betreffen, zum Beispiel Unternehmensgründungen, Unternehmensauflösungen, Änderung der Rechtsform usw.
  • Versicherungsrecht: Reisevertrag, Versicherungsvertrag, Bausparvertrag
  • Immobilienrecht: Maklervertrag
  • Sonstige Verträge: Handy- und Mobilfunkvertrag, Festnetzvertrag

Diese Aufzählung erhebt keinesfalls einen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern ist lediglich eine Auswahl der im Zivilrecht und im Sonderprivatrecht relevanten Verträge.

Im Vertragsrecht werden sämtliche gesetzliche Regelungen, die das Zustandekommen, die Vertragsabwicklung, die Rechtswirkungen und Vertragsverletzungen von Verträgen regeln, gebündelt.
Im Vertragsrecht werden sämtliche gesetzliche Regelungen, die das Zustandekommen, die Vertragsabwicklung, die Rechtswirkungen und Vertragsverletzungen von Verträgen regeln, gebündelt.

 

Welche Rechtsgebiete sind für die Tätigkeit als Anwalt im Vertragsrecht relevant?

Das Vertragsrecht ist im Zivilrecht und im Sonderprivatrecht angesiedelt. Es ist eines der größten Rechtsgebiete, das auch Privatrecht oder bürgerliches Recht genannt wird und dessen Rechtsgrundlagen im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) sowie in einer Vielzahl von Spezialgesetzen gesetzlich normiert sind, zum Beispiel im Handelsgesetzbuch (HGB). Das Zivilrecht regelt die
Rechtsbeziehungen zwischen rechtlich gleichgestellten Rechtssubjekten. Dabei handelt es sich regelmäßig um natürliche Personen, zum Beispiel um Bürger, oder um juristische Personen, zum Beispiel Unternehmen. Insoweit sind unter anderem diese Rechtsgebiete für die Tätigkeit als Anwalt im Vertragsrecht relevant:

  • Bürgerliches Recht
  • Arbeitsrecht
  • Mietrecht
  • Handels- und Gesellschaftsrecht
  • Reisevertragsrecht
  • Versicherungsrecht
  • Wertpapierrecht
  • Familienrecht
  • Erbrecht
  • Immobilienrecht

 

Schwerpunkte, Zusatzqualifikationen und praktische Erfahrungen im Vertragsrecht

Sofern Sie Anwalt für Vertragsrecht werden möchten, sollte Ihr Studienschwerpunkt und auch der im Referendariat im Zivilrecht liegen. Während des Referendariats, das nach dem ersten Staatsexamen beginnt und mit dem zweiten Staatsexamen endet, haben Sie in Bezug auf die Ausbildungsstationen Wahlmöglichkeiten. Da manche Referendariatsstationen sehr begehrt sind, sollten Sie diese zu einem frühen Zeitpunkt planen, wobei die beliebtesten Stationen oftmals Jahre im Voraus vergeben sind. Meistens besteht das juristische Referendariat aus vier Pflichtstationen und einer Wahlstation, wobei das Referendariat bundesweit nicht einheitlich geregelt ist, sodass es zwischen den einzelnen Bundesländern Unterschiede geben kann.

Zu den Pflichtstationen gehören die Zivilrechtsstation, die Strafrechtsstation, die Verwaltungsstation und die Anwaltsstation. Die Zivilrechtsstation findet an einem Zivilgericht statt, die Strafrechtsstation bei einem Strafgericht oder bei der Staatsanwaltschaft und die Verwaltungsstation bei einem Verwaltungsgericht oder einer Behörde. Im Rahmen der Anwaltsstation arbeiten Sie in einer Anwaltskanzlei Ihrer Wahl (idealerweise ist diese im Zivilrecht tätig, sodass Sie die Möglichkeit haben, hier praktische Erfahrung im Bereich Vertragsrecht zu sammeln). Gleiches gilt für die Wahlstation, die Sie grundsätzlich frei aussuchen können. Voraussetzung ist lediglich, dass Ihr Vorgesetzter Volljurist ist. Oftmals wird die Wahlstation auch für einen Auslandsaufenthalt genutzt, sodass Sie Kenntnisse im internationalen Vertragsrecht erwerben könnten.

Nach dem zweiten Staatsexamen haben Sie in Bezug auf Ihren Beruf freie Wahl, wenn Sie das Referendariat mit einem Prädikatsexamen abschließen, also mindestens mit einem “voll befriedigend” auf der Jura-Notenskala. Das entspricht einer Punktzahl zwischen 9,00 und 11,49 Punkten. Sofern Sie ambitioniert sind und als Berufseinsteiger in einer der Top-Kanzleien arbeiten möchten, sind eine anschließende Promotion sowie ein Master of Laws (LL.M.) empfehlenswert.

LL.M. bedeutet Legum Magister/Magistra, was mit “Lehrer/in der Rechte” übersetzt werden kann. Dabei handelt es sich um einen juristischen Postgraduierten-Abschluss, der nicht nur von einem Jurist, sondern auch von Absolventen anderer Hochschuldisziplinen an einer Universität oder Hochschule erlangt werden kann. Häufig wird der akademische Grad LL.M. an Hochschulen im englischen Sprachraum erworben. Die Dauer dieses Zusatzstudiums beträgt regelmäßig zwei bis vier Semester. Während an Hochschulen außerhalb des deutschen Sprachraums der Studienschwerpunkt oftmals auf dem jeweiligen Landesrecht, Rechtsvergleichung oder auf internationalem Recht liegt, wird im deutschen Sprachraum meistens eine Spezialisierung auf ein bestimmtes Rechtsgebiet angeboten. Mit dem LL.M. erreichen Sie eine tiefergehende fachliche Spezialisierung und einen zusätzlichen akademischen Grad.

Zulassungsvoraussetzung ist regelmäßig das erste juristische Staatsexamen. Darüber hinaus müssen oftmals zusätzliche qualifizierende Voraussetzungen erfüllt werden, zum Beispiel eine bestimmte Mindestnote im ersten juristischen Staatsexamen oder eine vergleichbare Leistung.

 

Für wen die Tätigkeit als Rechtsanwalt im Vertragsrecht interessant ist

Ohne Verträge funktioniert im modernen Privat- und Wirtschaftsleben nahezu nichts. Ob beim Kauf eines Autos, den Mietzahlungen für eine Wohnung, beim Kauf eines Hauses oder bei einer Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio – immer ist ein Vertrag die Geschäftsgrundlage. Grundsätzlich herrscht in unserem Rechtssystem Vertragsfreiheit, sodass prinzipiell jeder beliebige
Vorgang in dem gesetzlichen Rahmen vertraglich geregelt werden kann. Dementsprechend bietet die Tätigkeit als Anwalt für Vertragsrecht ein hohes Maß an Abwechslung. Dabei bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie sich auf ein bestimmtes Rechtsgebiet spezialisieren möchten, zum Beispiel auf Mietrecht, Arbeitsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Versicherungsrecht oder Immobilienrecht. In einigen dieser Rechtsgebiete können Sie auch eine weitere zusätzliche Qualifikation als Fachanwalt erwerben.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Tätigkeit als Anwalt für Vertragsrecht für die Juristen interessant ist, die einen großen und abwechslungsreichen Tätigkeitsbereich mit unterschiedlichen Mandanten bevorzugen. Allerdings ist auch umfangreiches Fachwissen in Bezug auf die relevanten Vertragsarten Voraussetzung, sodass regelmäßige Fortbildungen in unterschiedlichen Bereichen und lebenslanges Lernen unabdingbar sind.

 

Der Alltag eines Anwalts im Vertragsrecht

Bevor Sie sich dafür entscheiden, Anwalt im Vertragsrecht zu werden, sollten Sie den Berufsalltag eines Juristen im Vertragsrecht kennen. Wie bereits erwähnt, erstreckt sich das Vertragsrecht über das gesamte Zivilrecht und schließt das Sonderprivatrecht mit ein. Doch wie gestaltet sich der Aufgabenbereich eines im Vertragsrecht tätigen Rechtsanwalts? Mit welchen Sachverhalten und Fallkonstellationen wird er konfrontiert?

Das sind mögliche Aufgaben im Vertragsrecht:

  • Verträge in Bezug auf ihre Wirksamkeit prüfen
  • Verträge erstellen
  • Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) formulieren oder prüfen
  • Gegen mögliche vertragliche Pflichtverletzungen vorgehen
  • Rechtslage bei Nichterfüllung von Verträgen klären
  • Prüfen von Schadenersatzansprüchen
  • Verzugsschaden geltend machen
  • Vertretungsberechtigung prüfen
  • Vertragliche Sach- und Rechtsmängel geltend machen
  • Verträge rückabwickeln
  • Haftungsfragen bei Sachmängeln klären
  • Rechtmäßigkeit einer Vertragskündigung prüfen
  • Herausgabeansprüche prüfen

Der Arbeitsalltag eines Rechtsanwalts im Vertragsrecht ist mit dem anderer Rechtsanwälte identisch.
Im Wesentlichen geht es um Gespräche mit Mandanten und um die Klärung des einem Rechtsstreit zugrunde liegenden Sachverhalts. Nach einem ausführlichen Studium der Rechtslage werden Schriftsätze an die gegnerische Partei verfasst oder eine Klageschrift beim zuständigen Gericht eingereicht, sofern keine außergerichtliche Einigung möglich ist. Dazu gehört natürlich auch die anwaltliche Vertretung vor Gericht, deren Erfolg unter anderem von der Argumentationsstärke und der jeweiligen Rechtslage abhängig ist. Da das Vertragsrecht mehrere Rechtsgebiete umfasst, können die Mandanten sehr unterschiedlich sein. Es kann sich sowohl um Privatpersonen als auch um Unternehmen handeln, die Sie als Jurist vertreten.

Das Vertragsrecht ist ein sehr vielfältiges Rechtsgebiet
Das Vertragsrecht ist ein sehr vielfältiges Rechtsgebiet

 

Tätigkeitsbereiche und Karrieremöglichkeiten eines Juristen im Vertragsrecht

Ein Jurist, der seinen Aufgabenbereich auf das Vertragsrecht konzentriert, hat diese Beschäftigungsmöglichkeiten:

  • Rechtsabteilungen von Banken und Versicherungen
  • Rechtsabteilungen von Wirtschaftsunternehmen
  • Rechtsabteilungen von Verlagen und Medienunternehmen
  • Selbstständigkeit als Einzelanwalt im Vertragsrecht
  • Selbstständig tätiger Anwalt in einer Sozietät
  • Angestellter Rechtsanwalt in einer größeren Anwaltskanzlei
  • Sachbearbeiter bei einer Versicherungsgesellschaft
  • Personalabteilungen
  • Verbraucherzentralen
  • Betriebsrat
  • Berater von mittelständischen Unternehmen

Wer als Jurist für Vertragsrecht arbeiten möchte, dem bietet sich eine Vielzahl von Beschäftigungsmöglichkeiten. Letztendlich hängt die Entscheidung auch vom Notendurchschnitt im ersten und zweiten Staatsexamen ab.

  • Wie bereits erwähnt, stehen den Absolventen, die das Jura-Studium mit einem Prädikatsexamen abschließen, alle Türen offen. Das gilt insbesondere für Rechtsabteilungen von Banken und Versicherungen, von Wirtschaftsunternehmen, Verlagen und Medienunternehmen. Welche Verträge Sie in einer Rechtsabteilung vorwiegend bearbeiten, hängt von der jeweiligen Branche ab.
  • Wer einen durchschnittlichen Notendurchschnitt vorweisen kann, kann sich beispielsweise für den Einstieg als Sachbearbeiter bei einer Versicherungsgesellschaft bewerben und sich langsam hocharbeiten.
  • Beschäftigungsmöglichkeiten bieten auch Personalabteilungen von mittleren und großen Unternehmen.
  • Auch eine Festanstellung als Betriebsrat in einem großen Unternehmen oder eine beratende Tätigkeit als Jurist in einer Verbraucherzentrale sind mögliche Optionen. Gerade in Verbraucherzentralen sind Sie vorwiegend mit Vertragsrecht und insbesondere mit privatrechtlichen Verträgen befasst.
  • Mit dem entsprechenden Unternehmergeist können Sie sich auch als Rechtsanwalt im Vertragsrecht selbstständig machen, was allerdings mit enormem Fleiß, Durchhaltevermögen, einer anfänglichen Durststrecke und gewissen unternehmerischen und finanziellen Risiken verbunden ist.
  • Vielleicht haben Sie ein Prädikatsexamen in der Tasche und deshalb die Möglichkeit, als Anwalt bei einer renommierten national oder international tätigen Anwaltskanzlei zu arbeiten. Ihre Chancen auf eine Anstellung verbessern Sie mit einem Prädikatsexamen, dem LL.M. und Sprachkenntnissen in mindestens einer Fremdsprache.
  • Auch einer Tätigkeit als Richter steht dann nichts im Weg. Allerdings ist eine Spezialisierung auf Vertragsrecht nicht möglich. Stattdessen sind Sie als Zivilrichter mit allen Bereichen aus dem Zivilrecht befasst.
  • Interessant und vielseitig ist die Selbstständigkeit als Berater mittelständischer Unternehmen. Das setzt allerdings umfassende juristische Kenntnisse voraus, die weit über die eines Rechtsanwalts für Vertragsrecht hinausgehen.

In einer Rechtsabteilung oder Personalabteilung haben Sie die Möglichkeit, zum Leiter einer Abteilung aufzusteigen. Beim Amtsgericht beginnt Ihre richterliche Karriere als Einzelrichter oder beisitzender Richter. Sie können innerhalb eines Spruchkörpers zum Vorsitzenden Richter aufsteigen und im Idealfall Leiter des Amtsgerichts werden. Bei einem selbstständigen Rechtsanwalt in einer eigenen Anwaltskanzlei oder in einer Sozietät geht es nicht um Aufstiegschancen, sondern darum, Ihren Bekanntheitsgrad sowie Ihr Renommee als Anwalt zu erhöhen. Das bedeutet, dass sich der Erfolg nach den erzielten Ergebnissen bemisst. Anders sieht es in einer großen und etablierten Anwaltskanzlei aus. Hier geht es um den internen Aufstieg, der vom Associate, den Senior Associate über den Counsel und Salary Partner bis zur Leitung einer Praxisgruppe einschließlich Budget- und Umsatzverantwortung reicht.

 

Gehaltsstruktur eines Juristen im Vertragsrecht

Die Gehälter variieren je nach juristischer Tätigkeit. Darüber hinaus gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Das Einstiegsgehalt für Top-Juristen in einer großen Anwaltskanzlei liegt bei rund 70.000 Euro im Jahr und kann bis zu 140.000 Euro erreichen.

Auch in Rechtsabteilungen sind die Verdienstmöglichkeiten als Jurist gut und beginnen bei jährlich 45.000 bis 55.000 Euro. Noch höher liegt der jährliche Verdienst mit bis zu 106.000 Euro in Rechtsabteilungen von DAX-Unternehmen. Das ist in etwa auch der Verdienst eines Leiters einer Rechtsabteilung in einem mittleren Unternehmen. In kleineren Kanzleien beträgt das durchschnittliche Bruttoeinkommen für einen Rechtsanwalt in Vollzeit durchschnittlich rund 50.000 Euro, bei mittelgroßen Kanzleien ungefähr 63.000 Euro und bei größeren rund 77.000 Euro, wobei es je nach Region beträchtliche Gehaltsunterschiede geben kann.

Auch in Personalabteilungen variieren die Gehälter für Juristen je nach Branche, nach Region und nach der Unternehmensgröße. Sie reichen vom Einstiegsgehalt für Personalreferenten in Höhe von monatlich 2.500 Euro bis zu 5.000 Euro bis zum Einkommen eines Personalleiters zwischen 6.000 und 9.000 Euro.

Eher bescheiden fällt das Gehalt eines Verbraucherberaters aus, dessen Verdienst zwischen 3.000 und 5.500 Euro schwankt.

Die Gehälter eines Juristen für Vertragsrech können stark variieren
Die Gehälter eines Juristen für Vertragsrech können stark variieren

 

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